Welche Autoversicherung nach dem Führerschein?

Autoversicherung nach dem Führerschein

Es ist soweit – der Führerschein ist endlich in der Tasche. Nun kann es losgehen. Du darfst alleine und selbstständig Auto fahren. Vielleicht hast du zum Führerschein sogar ein eigenes Auto bekommen und wenn nicht, darfst du vielleicht das Auto eines Familienmitglieds fahren. So oder so, bevor du damit auf die Straße kannst, musst du eine Versicherung abschließen. Und die kann vor allem für Fahranfänger recht kostspielig sein. Was es zu beachten gibt und ob Fahranfänger eine Alternative haben, erfährst du hier.

Versicherung und Schadensfreiheitsklasse

Die Höhe der Prämie, die du an die Versicherung zahlen musst, hängt unter anderem mit deiner Schadensfreiheitsklasse zusammen. Jetzt denkst du vielleicht, dass die bei dir relativ gut sein müsste. Schließlich bist du Fahranfänger und hast daher noch keinen Unfall gebaut.

Dein individuelles Fahrvermögen spielt leider zunächst noch keine Rolle. Die Schadensfreiheitsklasse wird anhand anderer Kriterien ausgerechnet. So weiß man mittlerweile zum Beispiel, dass gerade Fahranfänger häufig in Unfälle verwickelt sind oder gar selbst die Unfälle verursachen.

Wer den Führerschein neu erworben hat, hat eben noch nicht viel Fahrpraxis. Daneben schätzen sich einige Fahranfänger auch falsch ein und verursachen daher Schäden.

Kurzum, die Versicherung wird dich zunächst in der Schadensfreiheitsklasse Null einordnen. Bedeutet konkret: Du bekommst Null Rabatt auf die Versicherung.

Beitragszeit von Eltern übernehmen

Da die wenigsten Fahranfänger viel Geld haben, das sie in die Autoversicherung investieren können, springen häufig die Eltern ein. Es ist nämlich auch möglich, das Auto nicht auf den Fahranfänger anzumelden, sondern diesen lediglich als Fahrer bei der Versicherung zu melden.

Wenn deine Eltern das für dich machen, kannst du eine Menge Geld sparen. Damit kannst du nämlich von den günstigen Tarifen profitieren. Natürlich nur dann, wenn deine Eltern gute Autofahrer sind und wenige (im Idealfall keine) Unfälle bauen.

Schadensfreiheitsklasse übernehmen: Gut überlegen

Eine andere Möglichkeit ist, dass dir deine Eltern oder vielleicht sogar Großeltern ihre günstige Schadensfreiheitsklasse schenken. Das hat allerdings einen Nachteil: Wenn du die günstige Klasse übernimmst, müssen deine Verwandten wieder von vorne anfangen. Sie starten dann wieder in der Schadensfreiheitsklasse Null. Gewonnen habt ihr unterm Strich damit nichts. Denn einer in der Familie muss dann die hohe Versicherungsprämie zahlen.

Und noch einen weiteren Nachteil hat dieses Vorgehen: Die Schadensfreiheitsklassen, die du übernehmen kannst, hängen an deiner Fahrpraxis. Anders ausgedrückt: Wenn du den Führerschein gerade erst gemacht hast, kannst du keine Schadensfreiheitsklasse bekommen, für die du 10 Jahre Auto gefahren sein müsstest. Wenn du den Führerschein vor zwei Jahren gemacht hast, kannst du maximal in die Schadensfreiheitsklasse 2 kommen. Und da zahlst du immer noch 55 Prozent des Beitragssatzes.

Was aber noch schlimmer ist: Die übrigen schadenfreien Jahre verfallen bei diesem Vorgehen. Unter Umständen lohnt sich das also nicht so recht.

Günstige Versicherung mit günstigem Auto

Es gibt aber noch eine weitere Option, auch als Führerschein-Neuling von einer relativ günstigen Autoversicherung profitieren zu können. Das Auto, das du dir als dein erstes Gefährt aussuchst, spielt nämlich ebenfalls eine Rolle.

Im Deutsch der Versicherung nennt sich das ganze Typenklasse. Die Typenklasse der meisten Fahrzeuge ist in dem sogenannten Typenklassenverzeichnis registriert. Je niedriger die Typenklasse des Autos ist, das du dir ausgesucht hast, umso geringer wird die Versicherung sein.

Die Einteilung ist auch nachvollziehbar: Ein Auto mit viel PS wird aller Wahrscheinlichkeit nach eher in einen Unfall verwickelt werden, als ein Kleinwagen, den Oma nur zum Einkaufen nutzt und der dementsprechend wenig PS hat.

Das klingt vielleicht unfair, weil du nichts dafür kannst, wenn andere Autofahrer mit ihrem Porsche Unfälle bauen. Aber die Versicherer müssen sich an Zahlen orientieren, um ihre Beiträge berechnen zu können. Und eine Zahl ist neben der Schadenfreiheitsklasse eben die Typenklasse des Autos, das du auswählst.


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