Internationaler Führerschein

Ein internationaler Führerschein ist ein Schriftstück, das vom Straßenverkehrsamt eines Staates basierend auf eines zwischenstaatlichen Abkommens ausgestellt wird. Dadurch soll der Polizei eines anderen Staates die Möglichkeit der Überprüfung gegeben werden, ob ein fremdländischer Kraftfahrer die Lenkberechtigung besitzt, dass aktuelle Fahrzeug zu führen.

Wo wird der internationale Führerschein beantragt?

Der Antrag auf einen internationalen Führerschein kann grundsätzlich beim örtlichen Straßenverkehrsamt gestellt werden und er wird sofort ausgegeben. Die Gültigkeit beträgt drei Jahre. Es ist bei der Ausstellung nicht erlaubt, die Gültigkeit des einheimischen Führerscheins zu überschreiten. Erlaubt ist nur ein Kraftfahrzeug im Ausland zu führen, wenn beide Führerscheine (internationaler und nationaler Führerschein) jederzeit vorgelegt werden können.

Was wird für den internationalen Führerschein benötigt?

  • der Führerschein im Format einer Scheckkarte, ältere Fassungen erfordern einen Umtausch
  • ist der Führerschein nicht im Bereich des aufgesuchten Straßenverkehrsamtes ausgestellt, wird eventuell ein Auszug (Karteikartenabschrift) vom regionalen Fahrerlaubnisregister angefordert
  • Personalausweis oder alternativ Reisepass
  • Foto in biometrischer Formatierung
  • Das Straßenverkehrsamt erhebt einen Beitrag von 15 € – 20 € je nach Region

Internationaler Führerschein

Über den internationalen Führerschein

Die Wiener Straßenverkehrskonvention ist ein internationales Abkommen, die vom 7. Oktober bis 8. November 1968 durch die UN-Konferenz in Wien ausgearbeitet wurde und reguliert im Artikel 41 den Ablauf internationaler Führerscheine. Deutschland zählt zu den Unterzeichnern des Abkommens. Mittlerweile spielt es fast keine Rolle mehr, da die meisten Staaten, die bei der Unterzeichnung zugegen waren, der EU angehören und die jeweiligen gültigen nationalen Führerscheine bereits EU-weit Gültigkeit haben.

Die EU-Führerscheinrichtlinie 91/439/EWG dokumentiert, dass alle bisherigen gültigen Führerschein-Dokumente in den anderen EU-und EWR-Ländern (EWR = Europäischer Wirtschaftsraum) anerkannt werden müssen. Es darf kein neuer Führerschein in Form einer Plastikkarte, keine Übersetzung in der jeweiligen Landessprache oder darüber hinaus ein internationaler Führerschein gefordert werden.

Ähnlich dem Wiener Abkommen über den Straßenverkehr gibt es seit dem 12. August 1949 eine zusätzliche Übereinkunft, die im Genfer Abkommen für Straßenverkehr festgelegt ist. Hauptsächlich amerikanische Staaten, afrikanische und asiatische Nationen zählen dazu. Dadurch bestehen zwei Staatengruppierungen , die jedes Mal einen differenzierenden „Internationalen Führerschein“ ausstellen oder annehmen. Dies betrifft nicht den jeweiligen „Internationalen Führerschein“ des anderen Verbandes. Ein Bundesbürger hat dadurch nicht die Möglichkeit, einen legitimen in den USA akzeptierten Internationalen Führerschein zu bekommen.

Gemäß dem „Wiener Übereinkommen“ wird im Zusammenhang mit einem rechtskräftigen EU-Führerschein von den US-Dienststellen dabei nur generalisierend ersatzhalber akzeptiert.

Gemäß dem Wiener Abkommen darf ein internationaler Führerschein nur demjenigen ausgestellt werden, der im Besitz seines nationalen Führerscheins ist, für dessen Erlangung die auserwählten geringsten Anforderungen realisiert werden. Der internationale Führerschein darf nur in dem Land von der Behörde ausgegeben werden, wo der Besitzer seinen Wohnort nachweisen kann und dessen Vertragspartei den nationalen Führerschein ausgegeben hat oder den ausgegebenen Führerschein einer anderen Gruppierung anerkannt hat. Dieser wird auf diesem Gebiet ungültig.

Weiter bestätigen die Vertragspartner unter Absatz 2.4 a alle einheimischen Führerscheine, gemäß Anhang 6 und alle internationale Führerscheine, der den Anhang 7 wiedergibt, wenn er gemeinsam mit einem nationalen Führerschein vorgezeigt wird als rechtskräftig, um auf dessen Territorium ein Fahrzeug zu lenken, das den Fahrzeugklassen entspricht, für die die Führerscheine ihre Gültigkeit besitzen.

Das setzt voraus, dass die Führerscheine noch ihre Gültigkeit besitzen und und von einer sonstigen Vertragspartei , einem ihrer dazu gehörigen Gebiete oder einer Abteilung ausgegeben worden sind. Zu diesem Zweck muss die Befugnis der weiteren Vertragspartei oder einer der dazugehörigen Territorien vorliegen. Die feststehende Formatierung und Fassung des Führerscheins befinden sich im Anhang der Abmachung. Die deutschen Bestimmungen sind in den §25a und §25b der Fahrerlaubnisverordnung für die Herausgabe internationaler Führerscheine festgelegt.

Die Führerscheinklassen gemäß der Wiener Straßenverkehrskonvention sind die gleichen des EU-Führerscheins:

  • Klasse A: Krafträder
  • Klasse B: Kraftfahrzeuge, nicht eingeschlossen alle A Klassen – mit einem gesetzlich erlaubtem Gewicht von 3,5 t und höchstens 8 Sitzplätzen, außer dem Fahrersitz
  • Klasse C: Kraftfahrzeuge, die zur Bewegung von Waren dienen mit einem gesetzlich vorgeschriebenen Gesamtgewicht bis zu 3,5 t
  • Klasse D: Kraftfahrzeuge zum Transport von Personen mit über 8 Sitzplätzen, ausgenommen der Fahrersitz
  • Klasse E: Gegenseitig verbundene Fahrgeräte, deren Zugmaschine zur Klasse B, C oder D zählt und zu dessen Lenkung ein Fahrer legitimiert ist, die aber selbst nicht in die vorgenannten Klassen gehören

Internationaler Führerschein innerhalb der EU

Innerhalb der EU und den EWR-Staaten ( Norwegen, Island, Lichtenstein) reicht der deutsche Führerschein. Außerhalb der EU ist die Mitnahme des internationalen Führerscheins generell zu empfehlen. Dies trifft insbesondere auf Moldawien, Russland, die Ukraine und Weißrussland zu.

Internationaler Führerschein in Nicht-EU-Ländern

In außereuropäischen Ländern ist das Mitführen eines internationalen Führerscheins besonders wichtig. Zum Beispiel in Bolivien muss der internationale Führerschein vor Ort von der verantwortlichen Amtsstelle abgestempelt werden. In Katar gilt der internationale Führerschein nur 7 Tage. In Kombination mit einem deutschen Führerschein und Übersetzung darf in Neuseeland 12 Monate ein Fahrzeug bewegt werden. Auf den Philippinen verliert der internationale Führerschein nach 3 Monaten seine Gültigkeit und eine einheimische Fahrerlaubnis muss beantragt werden. In China muss darüber hinaus noch eine Fahrprüfung absolviert werden. Saudi Arabien erlaubt nicht Frauen, Auto zu fahren. Nach der Registrierung bei den Polizeibehörden darf man in Kenia 3 Monate einen Wagen führen.

Bildquelle:
Bild oben: Internationaler fuehrerschein“ von Thilo PargEigenes Werk.Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons.

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